- Aktiver Datentransfer aus den Renneinsätzen von Panasonic Jaguar Racing in der ABB FIA Formel E und des elektrischen I‑PACE e‑Trophy Markenpokal sorgen für eine verbesserte Reichweite und eine Optimierung der Batterietechnologie
- Jaguar I‑PACE ist erstes Fahrzeug mit SOTA (Software‑over‑the‑air) Kompetenz
- Als Weltneuheit sorgt Dual‑eSIM und zwei eingebettete LTE‑Modems im neuen Land Rover Defender für beste Konnektivität und Kommunikation
- Als erster Autohersteller der Welt kann Jaguar Land Rover auf die neueste Cloud‑Services‑Plattform von CloudCar zugreifen
- Externe Weiterverwendung oder Monetisierung von im Fahrzeug generierten Daten sind nicht gleichzusetzen mit „Gold“ oder „Öl“
- Der Nutzen von Fahrzeugdaten durch Jaguar Land Rover beruht auf Vertrauen, voller Transparenz und Datensicherheit für unsere Kunden
München/Kronberg, 28. Februar 2020 – „Always on“ und „always connected“ – dies ist laut Hanno Kirner, Mitglied des Vorstands Corporate & Strategy Jaguar Land Rover, die Grundlage für eine Mobilität ohne Emissionen, Unfälle und Staus. „Daten und deren Anwendungen können unsere Kunden in ganz neue Erlebniswelten entführen“, so der Strategievorstand auf dem Smart Data Kongress der Fachzeitschrift Automobilwoche. Beispielhaft nannte Kirner den elektrischen SUV I‑PACE – der von den Erfahrungen von Jaguar im elektrischen Motorsport profitiert – oder den neuen Land Rover Defender, der eine bis dato so noch nicht umgesetzte Konnektivitäts‑ und Kommunikationsarchitektur bietet. Allerdings, betonte der Jaguar Land Rover Manager mit Blick auf die etwas fernere Zukunft, generiere heute das moderne Smartphone weitaus mehr Daten als ein vernetztes Auto. Dieser Rückstand werde sich aber in den nächsten Jahren verringern, ohne dass man deshalb gleich von in Fahrzeugen generierten Daten als dem neuen „Öl“ oder „Gold“ sprechen könne. Denn noch sei aus Sicht der Hersteller die nachgelagerte Wertschöpfungskette nicht klar definiert. Kirner: „Wir nutzen die Daten in erster Linie, um den technologischen Anforderungen der Mobilität der Zukunft zu begegnen und die Produkte für unsere Kunden zu verbessern.“
Schon heute nutzt Jaguar Land Rover Daten und Rechenmodelle, um Innovationen wie Software‑over‑the‑air (SOTA), neue elektrische Fahrzeugplattformen wie EVA 2 (Electric Vehicle Architecture) und weitere Produktinnovationen mit Blick auf eine emissionsfreie Fortbewegung auf vier Rädern voranzutreiben.
Technologietransfer elektrischer Formelrennsport – Serienentwicklung
Dem Motorsport als Testlabor kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Durch die Einsätze von Panasonic Jaguar Racing in der elektrischen Formel E und den Rennen des elektrischen Markenpokals Jaguar I‑PACE eTROPHY profitieren Kunden des I‑PACE Serienfahrzeugs dank Datentransfer von einem – je nach Fahrstil – acht Prozent niedrigeren Energieverbrauch. Darüber hinaus kommt dank der Erfahrungen auf den Rennstrecken ein neuer Algorithmus zur exakteren Berechnung der verbleibenden Reichweite zum Einsatz.
Darüber hinaus ist der vielfach preisgekrönte I‑PACE das erste Jaguar Modell mit Software‑over‑the‑air (SOTA) Fähigkeit. Damit können Software Updates nahtlos und ohne Termin beim nächsten Händler aufgespielt werden.
Neuer Defender so „connected“ wie kein anderer Land Rover vor ihm
Im neuen Land Rover Defender, der Anfang des Jahres auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zu den Messestars gehörte, hat das Unternehmen nicht nur SOTA um die nächste Ausbaustufe erweitert. Denn als weltweit erstes Automodell präsentiert die moderne Inkarnation der legendären Geländewagen‑Ikone mit Dual‑eSIM und Dual‑LTE‑Modem eine bislang unerreichte Konnektivitäts‑ und Kommunikationsarchitektur. Das neue Infotainment‑System von Land Rover – Pivi Pro genannt – ermöglicht während der Fahrt Software‑Aktualisierungen per SOTA, während die Passagiere gleichzeitig uneingeschränkt Musik streamen und Apps nutzen können. Dafür verfügt die SOTA‑Technologie über ein eigenes LTE‑Modem und eine fest verbaute oder „eingebettete“ SIM (englisch: „embedded SIM“ bzw. eSIM). Die SOTA‑Funktionalität arbeitet also im Hintergrund und hat keinen Einfluß auf die Konnektivität im Auto‑Alltag: Schließlich verfügt das Infotainment im neuen Defender über ein separates LTE‑Modem und eine eigene eSIM und ist damit ein System, das jedem Mobiltelefon überlegen ist. Darüber hinaus ermöglicht die LTE‑Vernetzung, dass der Defender je nach Region in verschiedenen Netzen „roamen“ kann. Unterbrechungen des Datenflusses durch schlechte Netzabdeckung einzelner Provider treten daher kaum noch auf.
Man kann diese Lösung mit dem menschlichen Gehirn vergleichen, wobei jede Hälfte ihre eigenen Verbindungen für schnellen und ununterbrochenen Datenfluss nutzt. Eine Hälfte ist für die logischen Funktionen zuständig – in diesem Fall in Form von SOTA. Die andere Hälfte hingegen übernimmt eher “kreative Aufgaben”, insbesondere das Infotainment.
Hanno Kirner
Bei den ersten Serienmodellen des neuen Defender sind bereits 16 einzelne elektronische Steuergeräte in der Lage, Fern‑Updates via SOTA zu beziehen. Durch weiter online gehende SOTA‑Module wird sich die Zahl der unterwegs aktualisierbaren Steuerungen voraussichtlich weiter auf bis zu 45 erhöhen. Darüber hinaus hat Jaguar den Defender bereits darauf vorbereitet, über ein kleines Update 5G‑kompatibel zu werden.
CloudCar für besonders vernetztes Autofahren
Jaguar Land Rover kann als erster Autohersteller der Welt auf die neueste Cloud‑Services‑Plattform von CloudCar zurückgreifen, einem der globalen Technologieführer im Sektor vernetztes Fahren. CloudCar unterstützt eine Vielzahl von Diensten und Content‑Funktionalitäten. So erkennt es Einwahlnummern, PINs und Passwörter – außerdem Ortsangaben, die in Besprechungseinladungen im Kalender gespeichert wurden. Das Infotainment zeigt auch QR‑Codes an, die mit dem Smartphone gescannt werden. Dies ermöglicht die Zuordnung von Nutzerkonten in Musik‑Streaming‑Diensten, wie Spotify, TuneIn oder Deezer. Diese werden automatisch erkannt und in Sekundenschnelle der Cloud hinzugefügt. Ab diesem Zeitpunkt haben die Passagiere vollen Zugang zu den Streaming‑Inhalten – selbst wenn sich das Smartphone nicht im Auto befindet.
Partnerschaft mit Waymo für Test hochautonomer E‑Fahrzeuge
Um dem Ziel „Null Unfälle“ und „Null Staus“ näher zu kommen, sind Jaguar Land Rover und Waymo in den USA eine strategische Kooperation eingegangen. Auch hier spielt der elektrische I‑PACE eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, hochautonom fahrende Systeme und Fahrzeuge zu entwickeln. Dazu laufen Tests in der realen und digitalen Umgebung.
Das Management von On‑Board‑ und Off‑Board‑Daten ist keine leichte Aufgabe, doch bringt unsere Partnerschaft das Beste aus beiden Welten zusammen.
Hanno Kirner
Hanno Kirner: „Ist Data im Auto für die Hersteller das neue Gold oder das neue Öl?“
Im zweiten Teil seines Fachvortrags warf der Jaguar Land Rover Vorstand einen Blick nach vorn. Und verband ihn mit der Frage: „Ist Data für die Autohersteller das neue Gold? Oder eher nicht? Was machen die Hersteller mit der massiven Datenmenge vernetzter Autos außerhalb ihres Kerngeschäfts? Sind die Daten auf einem externen Marktplatz im wahrsten Sinne zu vergolden?“
Die klare Antwort hieß: Nein, zumindest noch für längere Zeit.
Fakt ist: Noch sind Mobiltelefone den vernetzten Fahrzeugen weitaus überlegen. Nicht nur mengenmäßig, sondern auch dadurch, dass sie meistens unsere ständigen Begleiter sind und somit viel mehr Informationen sammeln können. Aktuell gibt es laut Kirner drei Milliarden Android Smartphones weltweit, allein Samsung verkauft jedes Jahr 80 Millionen neue. Die Geräte generieren täglich Daten in Höhe von je 103 Gigabyte und über 3,7 Trillionen Gigabyte pro Jahr.
Ein modernes Auto wird am Tag im Schnitt nur eine Stunde lang bewegt und produziert –rund 25 Gigabyte Daten pro Tag und 15 Milliarden Gigabytes pro Jahr. Fängt dabei aber nicht zwangsläufig auch Daten auf.
Aktuell gibt es noch keinen Goliath in der automobilen Datenwelt, der es an Größe mit Google & Co. aufnehmen könnte. Wir verstehen, dass es potenzielle Wertschöpfung für ausgelesene Daten gibt, was wir sehr aufmerksam beobachten. Auch investieren wir durch unsere Venturing Unit InMotion Ltd in London in New Business ‑ aber auf absehbare Zeit werden wir unser Geld mit Autos verdienen, die unseren Kunden besondere Erlebnisse bieten und die sie lieben werden.
Hanno Kirner
Tochterunternehmen InMotion erforscht neue Verkehrs‑ und Mobilitätslösungen
Durch das hundertprozentige Tochterunternehmen InMotion hat Jaguar Land Rover eine Plattform für die Entwicklung und Realisierung fortschrittlicher Verkehrs‑ und Mobilitätslösungen geschaffen. InMotion Ventures investiert weltweit in innovative Startups und treibt durch den Inkubator Studio 107 die Eigenentwicklung neuer Mobilitätskonzepte voran, die strategisch hohe Priorität für Jaguar Land Rover haben. Das Portfoliounternehmen BYMILES, an dem InMotion eine Minderheitsbeteiligung besitzt, ist beispielsweise eine nutzerbasierte Versicherung, die durch die Verwendung von Fahrzeugdaten den Kunden ermöglicht, per zurückgelegter Meile oder Kilometer zu zahlen. SYNAPTIV ist eine fortschrittliche Datenanalyse‑Plattform, die vernetzte Daten für Kostenvorteile beim Aufbau neuer Flottenlösungen nutzt. Es unterstützt Eigenentwicklungen von InMotion wie die Premiumautovermietung THE OUT und den elektrischen Chauffeurdienst HAVN, sowie Drittunternehmen, die für Ihre Dienstleistungen eine Schnittstelle zum Fahrzeug brauchen. Der digitale Pannenhelfer URGENTLY, ebenfalls eine Minderheitsbeteiligung, arbeitet an datenbasierten Diensten für die vorausschauende Fahrzeugwartung und ‑instandhaltung, um zukünftig eingreifen zu können, bevor ein Fahrzeug liegenbleibt. LGN und 1715 Labs, zwei weitere Beteiligungen, konzentrieren sich auf Problemstellungen der dezentralen Datenverarbeitung am Rand des Netzwerkes, das sogenannte ‚Edge Computing‘, sowie die Annotation von Datensätzen, die für das Training von Anwendungen künstlicher Intelligenz genutzt werden.